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Gegenwart und Vergangenheit

Stellwerk, Landratsamt und Brüderkirche [30.08.2006]

Stationen der Stadtführung 2006

„Ansprechend waren bislang alle von Euch durchgeführten Spaziergänge“, bemerkte am Dienstagabend eine ältere Lippstädterin, die seit Jahren immer wieder mit viel Neugierde an den von den Kernstadt-Sozialdemokraten mit dem ehemaligen Vorsitzenden des städtischen Kulturausschusses, Wolfgang Schulte Steinberg, angebotenen Streifzügen durch ihre Heimatstadt teilnimmt. Nach der gut zweistündigen Exkursion, die in diesem Jahr durch den Lippstädter Norden führte, war die treue Begleiterin einmal mehr von dem vermittelten Programm des vor 57 Jahren in Lippstadt geborenen ehemaligen Ratsherrn angetan, was sie beim Ausklang des Rundganges in dem am Rande des Grünen Winkels idyllisch gelegenen Bootshaus mit einer gewissen Verzückung über das gerade Erlebte schilderte.


Aufbruch zum Stadtspaziergang. Bereits zum achten Mal hatte Stadtführer Wolfgang Schulte Steinberg (dritter von links) die sommerliche Wanderung der Kernstadt-Sozialdemokraten durch Lippstadt vorbereitet. Rechts im Bild der Vorsitzende des zum Rundgang durch den Lippstädter Norden einladenden SPD-Ortsvereins, Hans Zaremba.

Achter Bummel mit Wolfgang Schulte Steinberg

Gegen 18.00 Uhr hatten sich auf dem Kuhmarkt gut 30 Frauen und Männer eingefunden, die sich mit Wolfgang Schulte Steinberg auf den Weg begaben, um Wissenswertes über ihre Stadt zu erfahren, was ihnen seither noch verborgen geblieben war. Es begann schon mit dem Gang durch die Nordstraße, die vielen der Spaziergänger mehr oder weniger kaum bekannt war, weil sie in der Regel mit dem Fahrrad den südlicheren Kastanienweg als Verbindungslinie zwischen dem westlichen und östlichen Stadtkern benutzen. Angekommen auf der Brücke am Cappeltor, erinnerte der von der SPD verpflichtete Stadtführer, der für seine Partei bereits zum achten Mal den sommerlichen Bummel organisiert hatte, an die Sprengung dieses Überganges durch die Reste des vom Hitler-Regime zusammentrommelten Volkssturmes beim Einmarsch der US-Armee am 1. April 1945, die um 10.30 Uhr zeitgleich mit den Detanationen der Brücken am Jahnplatz und Nordbahnhof erfolgt sei. „Dennoch sind die amerikanischen Truppenverbände in die unverteidigte Stadt eingerückt, die ihnen gegen Mittag im Rathaus übergeben wurde.“ Die nach dem Krieg an dieser Stelle errichtete Uhr sei eine Stiftung der Hella.

Urgestein der WLE. Heinrich Müller, hinten im Bild und von 1941 bis 1989 aktiver Eisenbahner in Lippstadt, erläutert den originalgetreuen Zustand der 1910 installierten Instrumente im Stellwerk am ehemaligen Nordbahnhof.

Weichenstellung und Schrankenbedienung

Von dem Steg über die nördliche Umflut ging der Weg in das gegenüberliegende Stellwerk, wo schon Vater Heinrich Müller, von 1941 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1989 bei der Westfälischen Landeseisenbahn (WLE), und Sohn Florian Müller, seit 1970 ebenfalls WLE-Mitarbeiter, auf die Stadtspaziergänger warteten. In dem kleinen Gebäude zwischen den Straßenzügen Am Nordbahnhof und der Wilhelm-Röpke-Straße erläuterten sie ihren Besuchern die Funktionsweise der in dem unter Denkmalschutz stehenden Bauwerk für die vormalige Weichenstellung und Schrankenbedienung installierten Instrumente. „Die befinden sich allesamt noch im originalgetreuen Zustand wie bei ihrer Inbetriebnahme im Jahr 1910“, berichtete der Senior der Müllers seinen interessierten Zuhörern. Alles, was die auf Einladung der SPD mitgehenden Fußgänger in dem Stellwerk besichtigen konnten, „ist eine rein mechanische Sicherung“, so Florian Müller, „die ohne jegliche elektronische Unterstützung auskommen musste“. Bis zur Beseitigung des Nordbahnhofes im Jahr 1987 habe das Stellwerk für die Gefahrlosigkeit der auf der von der WLE betriebenen Bahnlinie beigetragen.

Alles rein mechanische Sicherung. Florian Müller (vorne) demonstriert den Besuchern die Funktionsweise der Weichenstellung und Schrankensicherung, die am 1987 beseitigtem Nordbahnhof ohne jegliche Unterstützung auskommen musste.

Haus mit wechselvoller Geschichte

Über den nach dem Abriss des Nordbahnhofes auf der ehemaligen WLE-Trasse entstandenen kombinierten Fuß- und Radweg zwischen Wilhelm-Röpke-Straße und nördlicher Umflut wurde als nächste Station das ehemalige Landratsgebäude am Lippertor angesteuert, das in seiner wechselvollen Geschichte schon so manche Institution zu beherbergen hatte. Derzeit befindet sich hier das Medienzentrum des Kreises, während nach dem Krieg die Polizei und ab Mitte der 70er Jahre die Verwaltung der Arbeiterwohlfahrt mit ihrem damaligen Kreisgeschäftsführer und späteren Lippstädter Bürgermeister Klaus Helfmeier (SPD) in diesem historischen Gebäude beheimatet waren. Über die reichlichen Möglichkeiten der in der Kreisbildstelle vorgehaltenen elektronischen Medien konnte sich die durch den Norden von Lippstadt flanierende Gruppe einen gründlichen Eindruck verschaffen. Ebenso nahmen sie einen Einblick in die Kellerräume, die in früheren Zeiten auch als Kerker für nicht ganz gesetzestreue Staatsbürger ihre Funktion erfüllten.

Heute ein Medienlager. Stadtführer Wolfgang Schulte Steinberg erinnerte daran, dass sich im Keller des vormaligen Landratsamtes auch Kerker befanden.

Brüderkirche ein Bethaus für Griechen

Vom alten Sitz des Landkreises Lippstadt führte die Wanderschaft auf den heimatlichen Wegen durch den Grünen Winkel in die Brüderkirche, wo ihnen mit Küster Olaf Wrosch ein alter Bekannter die Tür öffnete. Bereits vor zwei Jahren war der Mesner der Evangelischen Kirche in Lippstadt bei der Turmbesteigung in der Marienkirche und im Vorjahr bei der Besichtigung der Jakobikirche vor ihrer (zur Zeit kurz vor der Vollendung stehenden) grundliegenden Renovierung mit fachlichen Informationen bei den Erkundungstouren der Kernstadt-SPD mit von der Partie. Viele der von Wolfgang Schulte Steinberg angeführten Pilger auf den Pfaden ihrer Heimatkommune hatten das Gotteshaus am Johann-Westermann-Platz, das inzwischen von der Gemeinde der griechisch-orthodoxen Kirche genutzt wird, noch ganz anders im Gedächtnis. Durch den Einzug der auf Konstantinopel ausgerichteten Gläubigen der in Lippstadt lebenden Helenen haben die Wände infolge ihres bunten Behanges ein völlig anderes und farbenfreudiges Aussehen erlangt.

Veränderungen in der Brüderkirche. Durch bunte Wandbehänge hat das Gotteshaus am Johann-Westermann-Platz im Innern ein völlig neues Aussehen bekommen.

Sorge wegen der Schäden am Gebäude

Große Sorge bereite der Evangelischen Kirche in Lippstadt, die immer noch Eigentümer dieses Bethauses ist, die zunehmenden Schäden am Gebäude. Allein die überfällige Sanierung des Daches, sichtbar durch die Ablagerungen unterhalb der Decken, würde bereits die stolze Summe von 500.000 Euro erfordern, teilte der kirchliche Gehilfe den in die Brüderkirche eingekehrten Besuchern mit. Aber es waren nicht nur die Sorgen des Vermieters, die vom Küster Wrosch angesprochen wurden. Viel bemerkenswertes über die Historie der um 1343/1344 fertiggestellten Kirche und seines Baustiles mit seinen Elementen vom Übergang der Romanik in die Gotik gehörten ebenfalls zum reichhaltigem Vortrag des engagierten Bediensteten der Lippstädter Evangelischen Kirchengemeinde.

Besorgt durch die Gebäudeschäden. Der Küster der Evangelischen Kirche in Lippstadt, Olaf Wrosch, informierte die Teilnehmer des SPD-Spazierganges über den notwendigen Sanierungsbedarf des 1343/1344 errichteten Bethauses.

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