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Der Bürger im Mittelpunkt

Bundespolitik beeinflusste Ratswahl [21.08.2010]

Frauen und Männer aus der Sozialdemokratie im Stadtrat – Teil 7

Die Kommunalwahl am Sonntag, 12. September 1999, war die erste Wahl, die nach der kommunalen Verfassungsreform von 1994 durchzuführen war. Mit ihr wurden an einem Tag sowohl die hauptamtlichen Repräsentanten in den Ämtern des Landrates und des Bürgermeisters als auch die Mitglieder des Kreistages und des Stadtrates gewählt. Deutlich beeinflusst waren diese Entscheidungen von der Bundespolitik des Jahres 1999. Die Sozialdemokratie war durch den am Donnerstag, 11. März, erfolgten plötzlichen Rückzug ihres damaligen Parteivorsitzenden und Bundesministers der Finanzen, Oskar Lafontaine, von allen Funktionen in eine lang anhaltende Krise gestürzt und hatte überall in Nordrhein-Westfalen große Wählerverluste hinzunehmen.


Wahlkampf 1999. Der Waffelstand auf dem Kinderfest des Lippstädter SPD-Ortsvereins im Tiergarten von links nach rechts mit Marianne Borghoff, Erika Martin und Gudrun Beschorner.

Acht und Neun

Die CDU erzielte bei der Lippstädter Stadtratswahl am 12. September 50,20 Prozent der abgegebenen Stimmen (25 Sitze), die SPD 34,37 (17), Grüne 5,33 (3), BG 2 (3,84) und die FDP kam auf 6,27 (3). Für die SPD bedeutete dies den Verlust von drei Mandaten. Durch diese Konstellation und die Stimme des Bürgermeisters verfügte die CDU wieder über die absolute Mehrheit im Rathaus. Von den im September gewählten 17 Stadtvertretern der SPD kamen mit Gudrun Beschorner, Karl-Heinz Brülle, Walter Neumann, Sabine Pfeffer, Manuel Rodriguez Cameselle, Wolfgang Schulte Steinberg, Marlies Stotz und Hans Zaremba acht aus der Kernstadt. Die weiteren neun waren Otto Brand (Lipperode), Dieter Deimel (Hörste), Herbert Heiermeier (Esbeck), Klaus Helfmeier (Cappel), Hans-Joachim Kayser (Overhagen), Ute Leweling (Eickelborn), Christian Nernheim (Benninghausen), Horst Schneider (Lipperbruch) und Martin Schulz (Bad Waldliesborn).

Bürgermeisterwahl

Die SPD hatte für die erste Urwahl des Bürgermeisters den ehemaligen Lippstädter Rechtsamtsleiter und letzten Bad Berleburger Stadtdirektor Hans-Ulrich Kuppert nominiert. Doch gegen den infolge der von der Bürgergemeinschaft (BG) aufgekündigten „gestalterischen Mehrheit“ (SPD, Grüne und BG) und noch vom Rat im Frühjahr 1997 mit den Stimmen von CDU und BG ins Bürgermeisteramt gewählten CDU-Politiker Wolfgang Schwade hatte der Sozialdemokrat keine Chance. Am Ende konnte der Mann aus der Union 63,3 Prozent für sich verbuchen, der Sozi erreichte 33,1 Punkte und der Bewerber von den Grünen (der damalige Ratsherr Karl-Heinz Neumann) hatte 3,6 Anteile auf seinem Konto.

Hans Zaremba

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