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Der Bürger im Mittelpunkt

Politiker aus Leidenschaft [23.10.2009]

Hans Zaremba über Charly Brülle zur Vollendung des 60. Lebensjahres

Höhen und Tiefen haben sein inzwischen 40jähriges politisches Wirken immer wieder gekennzeichnet. Geschätzt war allzeit und ist bis in die Gegenwart sein großes Wissen über die unterschiedlichsten politischen Sachverhalte von der Stadt über den Kreis, das Land und den Bund bis in die europäische Ebene. Gerne greifen die Genossinnen und Genossen in der SPD auch immer wieder auf seine gründlichen Kenntnisse über die Strukturen der Sozialdemokratie und ihre innerparteilichen Abläufe zurück. Am Freitag, 23. Oktober, vollendet Karl-Heinz Brülle (Foto), von 1985 bis 1995 Abgeordneter im Landtag und von 1991 bis 1999 Vorsitzender der SPD-Fraktion im Stadtrat, abseits von Westfalen auf der Mittelmeer-Insel Mallorca sein 60. Lebensjahr.


Politiker aus Leidenchaft. Charly Brülle, inzwischen ein Urgestein der SPD in der Region, vollendet am Freitag, 23. Oktober 2009, sein 60. Lebensjahr.

Parteibuch von Werner Roß

In seiner Heimatstadt an der Lippe und in der Entstehungsphase der Bonner Republik geboren, absolvierte Charly Brülle, wie er schon seit seiner Schulzeit von vielen in Lippstadt gerufen wird, sein Abitur am örtlichen Ostendorfgymnasium und studierte in Münster Pädagogik. Bereits vor 34 Jahren kam er als Lehrer an die Pestalozzischule, wo er auch heute noch beruflich tätig ist. Schon als Pennäler entwickelte sich sein politisches Interesse. Der Eintritt in die SPD war für ihn 1969 der folgerichtige Schritt. Sein Parteibuch erhielt er im Jahr der Wahl von Willy Brandt zum ersten sozialdemokratischen Bundeskanzler vom damaligen SPD-Parteisekretär und Lippstädter Ratsherrn Werner Roß. Mit vielen Weggefährten hat er seitdem zusammengearbeitet.

Dank und Anerkennung für ein Leben für die Politik. Werner Roß, Goldjubilar der Kernstadt-SPD, wird von Karl-Heinz Brülle (rechts) und Hans Zaremba im Frühjahr 2006 für sein ehrenamtliches und berufliches Engagement für die Sozialdemokratie ausgezeichnet und gewürdigt.

Kommunalpolitik der SPD geprägt

Parallel zur beruflichen Ausbildung gestaltete sich auch seine parteipolitische Laufbahn. Sie erstreckt sich von den Anfängen bei den Jungsozialisten in der Stadt und im Kreis über den Vorsitz im SPD-Ortsverein in der Kernstadt (1973 bis 1979) und im SPD-Stadtverband (1974 bis 1976), bis zur Mitgliedschaft im Vorstand des SPD-Unterbezirks im Kreis Soest (1975 bis 1987, ab 1981 als stellvertretender Vorsitzender). Unzählige Papiere für die politischen Programme der SPD für die verschiedenen Gliederungen (Stadt, Kreis, Bezirk und Land) sind in dieser Zeit aus seiner Feder entstanden. Wesentlich hat er auch die kommunalpolitische Ausrichtung der Sozialdemokratie in Lippstadt ab der kommunalen Neuordnung im Jahr 1975 bestimmt und geprägt.

Erinnerung an die Anfänge der kommunalpolitischen Programme. Über die Entstehung der Thesen der SPD für Ratswahl im Mai 1975 tauschten sich im Juli 2009 von links nach rechts Karl-Heinz Brülle, Hans Zaremba, Werner Roß und Wolfgang Schulte Steinberg aus. Sie haben als Delegierte auch schon das damalige Programm mitbeschlossen.

Stadtrat und Kreistag

Seine parlamentarische Arbeit startete Charly Brülle mit dem Einzug in den Kreistag. Der Versammlung am Hohen Weg in Soest gehörte er als persönlicher Nachfolger von Engelbert Sander als Kreisparlamentarier von 1981 bis 1989 an. Im Herbst 1989 wechselte der SPD-Politiker in den Stadtrat. Bei der Kommunalwahl am 30. August wurde er mit dem Gewinn des Direktmandates im Wahlbezirk rund um den Stadtwald bereits zum fünften Mal in Folge in die Stadtvertretung gewählt. Von September 1991 bis zum September 1999 war er darüber hinaus der Vormann der SPD-Fraktion im Lippstädter Rathaus.

Interessengruppen stärker zusammenführen. Charly Brülle, rechts, im Sommer 2006 bei einer Inspektion der Lange Straße. Mit dabei auch Gerd Ziems von der Werbegemeinschaft (zweiter von rechts).

Zehn Jahre im Landtag

Seinen größten politischen Erfolg erzielte der „Politiker aus Leidenschaft“ und das „Urgestein der Sozialdemokratie in der Region“, 1985. Da gelangte er völlig überraschend als erster direkt gewählter Abgeordneter der SPD aus dem Lippstädter Wahlkreis in den Düsseldorfer Landtag. Diesen unmittelbaren Triumph gegenüber dem damaligen, langjährigen CDU-Abgeordneten und Direktor des früheren Amtes Geseke, Lukas Schaa, konnte er im Mai 1990 noch einmal wiederholen. Sein Kontrahent war im Jahr der deutschen Wiedervereinigung der spätere hauptamtliche Landrat Wilhelm Riebniger aus Lippstadt, der ihm am 30. April 2005 das Bundesverdienstkreuz am Bande im Auftrag des Bundespräsidenten überreichte. Bei der Revanche im Mai 1995 ist Charly Brülle seinem örtlichen Konkurrenten als erneuten Herausforderer allerdings recht knapp unterlegen.

Exponat aus Familienbesitz. Der Ratsherr und das Mitglied der Schützen im Lippstädter Norden, Karl-Heinz Brülle (links) übergab im August 2009 beim Stadtspaziergang seiner Partei dem Archivar des Schützenvereins in der Stadtmitte, Josef Menke, vor dem Palais Schauroth ein Holzgewehr, das von fünf Generationen, seinem Urgroßvater, Opa, Vater, ihm selbst und von seinem Sohn Stefan, bei Schützenumzügen getragen wurde.

Verdienste und Anerkennung

Vielfältige Verdienste und eine breite Anerkennung erwarb sich der Sozialdemokrat auch als Vorsitzender (2002 bis 2004) und Vize (seit 2004) des städtischen Bau- und Verkehrsausschusses. Es war schon bestechend, mit welcher breiten Beschlagenheit er die Dinge auf den Punkt brachte und die notwendigen Problemlösungen herbeiführte. Seine präzise und anerkannte Arbeit in diesem Gremium spiegelte sich auch in den zahlreichen Bereisungen der kleinen Verkehrskommission und vielen Bürgeranhörungen über den Ausbau der städtischen Straßen und Wege wider. An dieses Engagement will der von seiner Geburt in der Chalybäusstraße beheimatete SPD-Mann auch in der kommenden Ratsperiode anknüpfen, wenn er von den Stadtverordneten erneut in diesen technischen Ausschuss delegiert werden sollte.

Fachkundiger Vortrag in der Cappeler Geist im August 2009. Dort, wo vor Jahren die Gemarkungen Cappel auf der Lippstädter Seite und Liesborn auf dem Gebiet der Gemeinde Wadersloh noch mit einer Brücke über die Glenne verbunden waren, erläuterte der Ratsherr Karl-Heinz Brülle (links) eine Radlergruppe den Sachstand der beschlossenen Maßnahmen zum Hochwasserschutz entlang der Deiche des kleinen Grenzflusses.

Engagement für den Sport

Über diese mannigfaltigen politischen Aufgaben hinaus hat sich Karl-Heinz Brülle, der in diesem Jahr 35 Jahre mit seiner Frau Anita Brülle (unterdessen über 29 Jahre als Kassiererin der Kernstadt-SPD selbst politisch aktiv) verheiratet und Vater von zwei Söhnen ist, auch für den Lippstädter Sport eingesetzt. Dabei führte er als Vorsitzender der Teutonia am Waldschlößchen die „Schwatten“ in die lang geforderte und von ihm forcierte Fusion mit den „Roten“ von der Borussia vom Lipperbruchbaum. In der Gründungsphase des neuen Spielvereins für den Fußballsport in Lippstadt (SV 08) war er auch vom Sommer 1997 bis in den Herbst 1998 auch dessen stellvertretender Vorsitzender.

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