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Der Bürger im Mittelpunkt

Scharfsinniger Akteur und Vollblutpolitiker [11.08.2009]

Hans Zaremba über Franz Walter Henrich

Er war wohl einer der rhetorisch scharfsinnigsten Akteure, die je in den Gremien der Stadt Lippstadt ihre Arbeit verrichtet haben. Vom Frühjahr 1983 bis in den Herbst 1991 war er Vorsitzender der SPD-Fraktion im Stadtrat und häufig ein heftiger Widerpart der Frauen und Männer der Lippstädter Stadtverwaltung. Heute – am Dienstag, 11. August – vollendet der von 1979 bis 1993 der Vertretung der Stadt Lippstadt angehörende Dr. Franz Walter Henrich sein 60. Lebensjahr.


Rückblick auf eine Radtour des Lippstädter SPD-Ortsvereins im Sommer 2005. Am Steinwehr erläutert Dr. Franz Walter Henrich die Einzigartigkeit und die Bedeutung der Wasserwehre in Lippstadt.

Fachanwalt

Sein Lebenslauf ist eng mit der Stadt an der Lippe verbunden. Hier wurde er 1949 drei Tage vor der ersten Bundestagswahl geboren, wuchs in der Gerhart-Hauptmann-Straße auf, besuchte in Lippstadt vier Jahre die Volksschule und bestand am Ostendorf sein Abitur. Lediglich als Student der Rechtswissenschaften, Volkswirtschaftslehre und Geschichte und seine spätere Tätigkeit beim Zentralinstitut für Raumplanung in Münster verbrachte er außerhalb seiner Geburtsstadt. 1978 wurde er als Rechtsanwalt zugelassen und übt seit 1982 diesen Beruf in eigener Kanzlei in Lippstadt aus. Unterdessen wurde der in der Stiftsstraße ansässige Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht auch zum Notar bestellt. Planungsfragen, mit denen er sich ebenso als Kommunalpolitiker verstärkt zu befassen hatte, bestimmten zudem seine Dissertation, mit der Franz Walter Henrich im Jahr 1981 unter dem Leitgedanken „Kommunale Beteiligung in der Raumordnung und Landesplanung“ zum Doktor der Jurisprudenz promovierte.

Vollblutpolitiker

Bei der Kommunalwahl vor dreißig Jahren wurde der im Mai 1984 seiner Partei beigetretene Sozialdemokrat zum ersten Mal in den Stadtrat entsandt. Sein Wahlbezirk war bei seinen drei Ratskandidaturen in 1979, 1984 und 1989 jeweils im Nordosten der Lippstädter Kernstadt angesiedelt, der auch einen Bereich des benachbarten Stadtteils Lipperode umfasst. Über das Amt des Fraktionsvorsitzenden der SPD im Rathaus hinaus leitete Franz Walter Henrich von 1984 bis 1989 den Aufsichtsrat der Stadtwerke Lippstadt GmbH und war von 1989 bis zu seinem Ausscheiden aus der Kommunalpolitik im Frühjahr 1993 auch Vorsitzender des damaligen Planungs- und Gestaltungsausschusses. Ein besonderes Anliegen während seines Engagements für die Stadtentwicklung in Lippstadt war sein Bestreben, „vernünftige Radwege in Lippstadt zu schaffen“, wie dies der passionierte Radler vor 25 Jahren in einer Broschüre der Sozialdemokratie zur Kommunalwahl formulierte. Nicht zuletzt auf die Beharrlichkeit des Vollblutpolitikers, wozu sich Franz Walter Henrich während seiner Zeit als Ratsmitglied stets ohne Umschweife bekannte, ist die 1985 in Lippstadt installierte kommunale Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH zurückzuführen.

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