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Der Bürger im Mittelpunkt

Elisabeth Kuppert - eine Frau mit vielen Interessen [05.01.2008]

Hans Zaremba über die Grand Dame der SPD

Lange bevor es in den Parteien Quotenreglungen gab, war sie bereits in Lippstadt und im Kreisgebiet als feste politische Größe anerkannt. Von Elisabeth Kuppert, der früheren Vizelandrätin aus dem Lippstädter Süden, ist die Rede. Sie, die von den Sozialdemokraten und von vielen anderen Personen häufig als Lehrerin im Unruhestand beschrieben wurde, vollendet am Dienstag, 8. Januar, ihr 85. Lebensjahr.


Grand Dame der SPD. Die ehemalige Vizelandrätin Elisabteh Kuppert.

Sauerländische Fabrikantentochter

Während viele ihrer ehemaligen Kollegen aus der Lehrerschaft nach der Pensionierung einen Gang zurückgeschaltet haben, hat die 1922 im sauerländischen Schmallenberg als Tochter eines Strumpffabrikanten geborene Elisabeth Falke, die seit 1954 in Lippstadt lebt, mit dem Eintritt in das berufliche Rentenalter noch einmal kräftig Gas gegeben. Es gab während ihres politischen Engagements kaum eine Veranstaltung im Kreisgebiet, bei der die engagierte Grande Dame der Lippstädter Sozialdemokratie nicht zugegen war.

Spitzenkandidatin der Lippstädter SPD für den Kreistag: Elisabeth Kuppert (zweite von rechts) auf einem Foto aus dem Jahr 1984, das für die Kreistagswahl im September 1984 entstanden ist, mit den weiteren Kreistagskandidaten (von links nach rechts) Klaus-Jürgen Hartmann (damals in Lipperbruch), Marlies Lietz (aus Lipperode und im Vorjahr verstorben), Karl-Heinz Brülle (Kernstadt), Jakob Mehl (aus Benninghausen und vor einigen Jahren verstorben), Egbert Teimann (aus Welver und bis 1999 SPD-Fraktionsvorsitzender im Kreistag), Eike Hovermann (Overhagen) und Dr. Franz Walter Henrich (Kernstadt).

Verdienste als Vizelandrätin

Begonnen hatte alles 1969, als Elisabeth Kuppert als einzige Frau in den damaligen Lippstädter Kreistag gewählt wurde. Noch im Laufe der Legislaturperiode wurde sie von der SPD-Fraktion zur stellvertretenden Vorsitzenden bestimmt. So war es für sie eine logische Folge, dass sie 1975 nach der kommunalen Neuordnung auch in die Vertretung des neuen Großkreises einzog. Dem gehörte sie vier Amtszeiten bis 1994 an und zählte nie zu den Stillen der Kreisparlamentarier. Viel Freude hat ihr besonders die Zeit als Vizelandrätin bereitet, in der sie sich als eine über alle Parteigrenzen hinweg anerkannte Repräsentantin des Hellweg-Kreises große Verdienste erworben hat.

Kreistagswahlkampf in Lippstadt. Eine Erinnerung an eine Veranstaltung im Herbst 1984, wo Elisabeth Kuppert von dem früheren und unterdessen verstorbenen Lippetaler Kreispolitiker Dieter Staude (Mitte) und dem Autor dieses Portraits, Hans Zaremba, begleitet wird.

Pro Grün und Umweltschutz

Aber es war nicht nur die Kommunalpolitik, die das Leben von Elisabeth Kuppert bestimmt hat. Auch ihr Interesse für den Umweltschutz gehört seit fast vierzig Jahren zum Tagesablauf der langjährigen ehemaligen Kreispolitikerin. Sie war schon eine Grüne, bevor es überhaupt Überlegungen gab, eine Partei mit diesem Namen zu gründen. Dafür steht auch das vor Jahren von ihr als Gründerin und Vorsitzende des Vereins „Pro Grün“ formulierte Credo: „Veränderungen sind besonders im ökologischen Bereich und im Umweltschutz nötig, wenn wir auf unserem Planeten überleben wollen.“

Stadtführerin in Lippstadt. Selbst ein heftiger Regenschauer war für Elisabeth Kuppert kein Hindernis, im Mai 1983 einer Besuchergruppe aus Welver ihre Heimatstadt näher zu bringen.

Literarische Tätigkeit

Über den Schutz für die Umwelt ist die Mutter zweier Söhne und Oma eines Enkelsohns und einer Enkeltochter auch zum literarischen Betätigungsfeld gekommen, dem Schreiben von Gedichten. Mit ihren Versen, in denen die Probleme des Alltags und politisch brisante Themen ihren Niederschlag fanden, verzeichnete Elisabeth Kuppert ebenfalls erstaunliche Erfolge. Das belegen die Veröffentlichungen ihrer Werke in den Büchern „Grün“, „Wohnsinn“ und „Kopfstand“, die vor zwei Jahrzehnten in einem Münchener Verlag erschienen sind.

Vielfältige Kontakte. Sie pflegte Elisabeth Kuppert auch mit der Bad Waldliesborner Kurverwaltung, wo sie im September 1984 vom damaligen und inzwischen verstorbenen Kurdirektor Werner Broermann (Bildmitte) empfangen wurde.

Anwältin der Jugend

Auch zu den Jugendlichen hat Elisabeth Kuppert mehr als nur einen verbalen Kontakt gehabt. So wurde sie in ihrer aktiven Zeit als Lehrerin – zuletzt an der Wilhelmschule – für die Fächer Deutsch, Religion, Geschichte und Erdkunde immer wieder als Vertrauenslehrerin gewählt. Ebenso ist ihr jahrelanger Einsatz im Hausrat des Aktionszentrums, dem Selbstverwaltungsorgan der Jugendlichen in der früheren Begegnungsstätte in der Bahnhofstraße, dafür ein weiterer Beleg. Immer wieder ist sie bei den schwierigen Etatberatungen für die Jugendeinrichtungen als Anwältin der jüngeren Generation hervorgetreten.

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