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Der Bürger im Mittelpunkt

Werner Franke verstorben [03.08.2006]

Gewerkschaftler und Sozialdemokrat

„Für viele von uns war er der Lehrmeister in politischer Strategie und deren Vermittlung“, beschreibt der Lippstädter SPD-Ortsvereinsvorsitzende Hans Zaremba den am Dienstagabend am Vortag seines 78. Geburtstages verstorbenen früheren Chef der SPD-Stadtratsfraktion und vormaligen Ersten Bevollmächtigten der Industriegewerkschaft Metall (IGM) in Lippstadt, Werner Franke. Fast 30 Jahre berufliche Tätigkeit für die Gewerkschaft und 15 Jahre ehrenamtliches Engagement als Stadtvertreter sind nur zwei Stationen, die den Weg des Gewerkschaftlers und Sozialdemokraten bestimmt haben.

Von Dresden nach Lippstadt

Werner Franke, 1928 in Dresden geboren, kam noch vor Gründung der DDR als 18jähriger nach Lippstadt. Bereits 1949 gründete er die örtliche Gewerkschaftsjugend und arbeitete bis 1958 für die Nachwuchsorganisation der IGM. Es dauerte auch nicht lange, dass sich der engagierte Gewerkschaftlicher als Betriebsrat bei der Rothen Erde für seine Kolleginnen und Kollegen einsetzte. Die Wahl zum Vorsitzenden dieses Gremiums war die Folge seiner überzeugenden und erfolgreichen Tätigkeit. Parallel zur Arbeit im Betrieb wuchs auch stetig sein Einsatz in der IGM, die ihm zunächst zu ihrem ehrenamtlichen zweiten Bevollmächtigten berief und zum 1. Januar 1963 als hauptamtlichen Sekretär anstellte.

Führender und prägender Kopf

Es sollte nicht lange dauern, bis Werner Franke einer der führenden und prägenden Köpfe der Lippstädter Gewerkschaften wurde. Aus dem Fachmann für die gewerkschaftliche Bildungsarbeit wurde rasch ein ausgewiesener Experte für Arbeits- und Tarifrecht. Im Jahr 1981 stieg er zum Ersten Bevollmächtigten der heimischen Metallgewerkschaft auf, was er bis zu seinem Ausscheiden aus dem Berufsleben im Jahr 1991 blieb. Zugleich war er als ehrenamtlicher Richter am Arbeitsgericht und am Landesarbeitsgericht tätig. Als Mitglied der Vertreterversammlung der Landesversicherungsanstalt (LVA) und im Vorstand der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK) in Lippstadt wurde er auch zum gefragten Gesprächspartner im Rentenrecht und für das Gesundheitswesen.

Mit Jakob Koenen im Stadtrat

Wesentliche Verdienste hat sich Werner Franke auch bei der Entwicklung der Stadt Lippstadt erworben. Noch in der Ära des langjährigen Bürgermeisters Jakob Koenen (SPD) wurde er Mitglied des Stadtrates und wurde dort schnell zum gründlichen Kenner der kommunalen Sozial- und Jugendpolitik. So war es auch zwangsläufig, dass ihm der Vorsitz im Jugend- und Sozialausschuss übertragen wurde. Auch auf vielen anderen politischen Feldern setzte er reichhaltige Akzente. Sein breites Wissen und seine Fähigkeiten, politische Prozesse rechtzeitig zu erkennen, sie zu einem schlüssigen Konzept zu bündeln und Menschen zusammenzubringen, führten Werner Franke im Mai 1975 in das Amt des Vorsitzenden der Lippstädter SPD-Stadtratsfraktion.

Wertvolle Hilfe bis zum Schluss

Wegen zunehmender beruflicher Belastungen musste er sich schon 1978 wieder von dieser Aufgabe lösen und im Jahr darauf ganz aus dem Kommunalparlament ausscheiden. „Doch auch ohne Funktionen hatte sein Wort weiterhin in unserer Partei ein großes Gewicht, dies noch zuletzt bei unserer Jahreshauptversammlung am 30. Mai“, hob der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Zaremba die Rolle des politischen Lehrherren von einst hervor und fügte hinzu: „Sein Rat war für uns bis zuletzt eine wertvolle Hilfe. Mit ihm haben wir einen engagierten Mitstreiter für die Ziele der Arbeiterbewegung und Sozialdemokratie verloren.“ Werner Franke, Träger des Bundesverdienstkreuzes und Inhaber der Willy-Brandt-Medaille, gehörte der Sozialdemokratie ununterbrochen seit dem 1. Januar 1960 an.

Respekt vor einer großen Leistung für die Arbeiterbewegung. Der am Dienstagabend verstorbene frühere SPD-Fraktionschef im Lippstädter Rathaus und vormalige Erste Bevollmächtigte der Industriegewerkschaft Metall, Werner Franke, wurde noch im März vom SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Hans Zaremba für über 45 jahre Zugehörigkeit in der SPD ausgezeichnet.

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