Sozialdemokraten in der Lippstädter Kernstadt und im Stadtteil Cappel
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Der Bürger im Mittelpunkt

Lippstädter SPD wollte 1993 Gerhard Schröder [24.08.2013]

Mitgliederbefragung der SPD für die Wahl eines neuen Parteivorsitzenden

Es war im Sommer 1993 ein bislang einmaliger Vorgang in der langen Geschichte der SPD, dass die Mitglieder für die Findung eines neuen Parteivorsitzenden zu einer Urabstimmung aufgerufen wurden. Nach dem Rücktritt von Björn Engholm (Schleswig-Holstein) hatten mit Rudolf Scharping (Rheinland-Pfalz), Gerhard Schröder (Niedersachsen) und Heidemarie Wieczorek-Zeul (Hessen) gleich drei prominente Mitglieder aus der „Enkel-Generation“ ihr Interesse für den SPD-Bundesvorsitz erklärt.


Erinnerung an ein bislang einmaliges Ereignis: In Verbindung mit der bundesweiten Urabstimmung für die Wahl eines neuen SPD-Parteivorsitzenden im Sommer 1993 richteten der Lippstädter Sozialdemokraten im Rathaus auch einen politischen Frühschoppen aus. Auf dem im Rathausflur entstandenen Bild befinden sich von links nach rechts der ehemalige Ratsherr Willi Kröger, der 2001 verstorbene langjährige Kassierer der örtlichen SPD, Franz-Josef Martin, und das Parteimitglied Uwe Reimann, die im Übrigen auch dem damaligen Fußballverein Teutonia Lippstadt angehörten. Foto: Archiv des SPD-Ortsvereins Lippstadt

Wahllokale im Rathaus

Dafür hatten die SPD-Ortsvereine aus der Kernstadt, Hörste, Lipperode und Overhagen ihre Wahllokale im Rathaus errichtet. Überdies hatten diese örtlichen Parteigliederungen einen Frühschoppen vorbereitet und die Möglichkeit geschaffen, von 11.00 bis 14.00 Uhr im Fernsehen eine Live-Diskussion mit den drei genannten Kandidaten zu verfolgen.

Unterschiedliche Resultate

Während bundesweit Rudolf Scharping mit einer relativen Mehrheit vor seinen Konkurrenten lag, war Gerhard Schröder in Lippstadt der klare Favorit aller SPD-Ortsvereine. Er konnte sich mit 44,3 Prozent der abgegebenen Stimmen vor dem damaligen rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Rudolf Scharping (mit einem Anteil 33,5) und der SPD-Bezirksvorsitzenden aus Hessen-Süd, Heidemarie Wieczorek-Zeul (22,1 Punkte) durchsetzen. Recht unterschiedlich stellten sich die Resultate in den einzelnen Ortsvereinen dar. In der Kernstadt lag Gerhard Schröder mit 47,8 knapp und in Lipperbruch mit 71,4 Prozent deutlich über seinem Gesamtergebnis im Stadtgebiet, während in Cappel mit 70 Prozent Rudolf Scharping der eindeutige Sieger und in Esbeck und Rixbeck Heidemarie Wieczorek-Zeul mit 35,5 Prozent die bevorzugte Option für den Parteivorsitz war.

Hans Zaremba

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